Das kann der Offsetdruck: Alle Vorteile im Überblick

Ein wesentlicher Vorteil des Offsetdrucks ist die Vielfältigkeit der verwendbaren Bedruckstoffe. Die Anwendungsmöglichkeiten sind dementsprechend breit gefächert. Folgende plane Materialien können Sie im Offsetdruckverfahren bedrucken lassen:

  • Papier und Karton

Damit eignet sich der Offsetdruck grundsätzlich auch für alle hochwertigen Papierdruckerzeugnisse wie Visitenkarten, Briefbögen, Magazine, Broschüren oder Plakate.

 

Die Steuerung des Farbauftrages ist beim Offsetdruck sehr fein justierbar, so dass präzise Ausdrucke von hoher Qualität entstehen. Das Verfahren ermöglicht außerdem den Druck von hohen Auflagen innerhalb sehr kurzer Zeit; aktuell werden daher weltweit rund zwei Drittel aller Drucksachen im Offsetdruckverfahren produziert.

 

Geschulte Augen erkennen Offsetdruckprodukte anhand folgender Qualitätsmerkmale: Der Ausdruck weist keine ausgefransten Ränder oder Quetschmale auf, die Papierrückseite keinerlei Prägungen oder Schattierungen. Die Umrisse des Druckmotivs sind außerdem sehr scharf, sodass sich das Offsetdruckverfahren insbesondere für die Produktion von hochwertigen Erzeugnissen eignet. Streichen Sie mit der Hand über das fertige Druckprodukt, sind die Farben nicht anhand von Erhebungen zu fühlen.

 

Bevor beim Offsetdruck allerdings die erste Seite die Druckmaschine verlässt, sind viele Arbeitsschritte und Vorarbeiten nötig. Nach Abschluss der Vorarbeiten verläuft der eigentliche Druckprozess dafür sehr schnell: Bis zu 18.000 Bögen können pro Stunde gedruckt werden. Aus diesem Grund eignet sich das Offsetdruckverfahren in erster Linie für hohe Auflagenstärken (ab etwa 250 Stück).

 

Der Offsetdruck einfach erklärt: So funktioniert die indirekte Drucktechnik

Die Bezeichnung des Druckverfahrens leitet sich ab vom englischen „set off” („absetzen” im Sinne von Übertragen). Und damit beschreibt der Name im Grunde schon die Funktionsweise des Offsetdrucks: Das Übertragen der Offsetdruckfarbe von einer Druckplatte (aus Aluminium oder Kunststoff) auf einen Gummituch-Zylinder und von diesem auf den Bedruckstoff (beispielsweise Papier oder Karton). Es handelt sich beim Offsetdruck also um ein indirektes Verfahren. Schließlich wird das Druckmotiv nicht unmittelbar auf den Bedruckstoff gedruckt; der Druckträger kommt also nicht mit der Druckplatte in Berührung.

 

Möglich wird das Offsetdruckverfahren durch die spezielle Oberflächenstruktur der Druckformen. Sie bestehen meist aus millimeterdünnen, doppelt beschichteten (eloxierten) Aluminiumplatten. Die druckgebenden Teile der Platte sind lipophil: Sie sind also wasserabweisend und nehmen ölhaltige Farbe auf. Die nicht druckgebenden Abschnitte der Platte sind hydrophil: Sie wirken also wasseranziehend.

 

Im ersten Schritt wird die Aluminiumplatte mit einer lipophilen, also farbannehmenden Schicht überzogen. Anschließend wird das Druckmotiv auf die beschichtete Platte belichtet. Dieser Belichtungsprozess destabilisiert die Beschichtung der Druckplatte: So können alle Bereiche des Motivs, die nicht gedruckt werden sollen, im Entwicklerbad abgetragen werden. Die verbleibenden unbelichteten Teile der lipophilen Schicht dienen später der Farbübertragung im Druckprozess. Die druckenden und die nicht druckenden Flächen liegen also auf einer Ebene der Druckplatte (Flachdruck) und unterscheiden sich nur hinsichtlich ihrer farb- oder wasserannehmenden Eigenschaft.

 

Eine Offsetdruckmaschine arbeitet mit verschiedenen Druckwalzen, die sich im Rotationsverfahren gegeneinander bewegen. Die belichtete Druckform wird auf einen Druckformzylinder aufgebracht. Der sich drehende Druckformzylinder kommt im ersten Schritt des Druckprozesses mit Feuchtmittel in Berührung. Die hydrophilen Bereiche, die das Feuchtmittel annehmen, bleiben später farbfrei auf dem Papier, also weiß. Im zweiten Schritt durchläuft das Druckmotiv das Farbwerk, wo die Offsetdruckfarbe auf die Platte aufgebracht wird; die Farbe haftet nur an den lipophilen Bereichen der Platte. Der Gummituchzylinder überträgt schließlich das so entstandene Druckbild auf den Bedruckstoff – also in den meisten Fällen auf das Papier.

 

Der Zwischenschritt über den Gummituchzylinder stellt sicher, dass kein Feuchtmittel auf den Bedruckstoff gelangt. Außerdem kann kein Abschmirgeln der farbannehmenden Schichten durch Berührung von Platte und Papier stattfinden. So wird die Druckplatte bei hoher Auflagenstärke geschont.

 

Moderne Druckmaschinen sind computergesteuert, sodass ein sehr hohes Druckaufkommen in hoher Frequenz und gleichbleibender Qualität möglich ist.