Fachbegriffe

Weiterverarbeitung | Veredelung | Papierkunde | Papierweiß im Druck

Rückstichheftung

Die gesammelten und gefalzten Papierseiten werden mit Metallklammern mittig verbunden. Eignet sich für Broschüren mit begrenztem Umfang, abhängig von Grammatur und Blattanzahl. Bei Rückstich- und Ringösenheftung kann es produktionsbedingt zu einem Papierüberstand (Treppeneffekt) kommen. Der Bundzuwachs wird in der Regel erst ab einer Seitenanzahl von 48 Seiten relevant. Sprechen Sie uns hierzu an. Vorraussetzung: Seitenanzahl durch 4 teibar.

 

Ringösenheftung

Ergänzend zur Rückstichheftung: Standartisierte Abheftösen ermöglichen das Abheften in Ordnern, die Ringösen stehen an der Bundseite des Druckproduktes ab.

 

Ringbindung

Die gestappelten Blätter werden am Bund gestanzt und die Ringbindung wird eingeführt. Das Verschließen des Endlosdraht verhindert das Entnehmen einzelner Blätter. Seitenumfang variabel. Unterteilte Rinbindungen kommen bei Kalendern zum Einsatz: Mittig am Kopf wird ein halbkreisförmiges Daumenloch ausgestanzt, links und rechts Ringdrähte eingesetzt und als Aufhänger in der Mitte ein Aufhänger  angebracht.

 

PUR-Klebebindung

Die gestappelten Blätter werden am Bund gestanzt und die Ringbindung wird eingeführt. Das Verschließen des Endlosdraht verhindert das Entnehmen einzelner Blätter. Seitenumfang variabel. Unterteilte Rinbindungen kommen bei Kalendern zum Einsatz: Mittig am Kopf wird ein halbkreisförmiges Daumenloch ausgestanzt, links und rechts Ringdrähte eingesetzt und als Aufhänger in der Mitte ein Aufhänger angebracht.

 

Kaltklebebindung

Die einzelnen Seiten werden zu einem Block zusammengetragen, am Rücken rau angefräst und mit Dispersionsleim kalt verklebt. Nach dem Trocknen lassen sich einzelne Blätter wie bei einem Schreibblock abreißen.

 

Stanzen

Mittels Stanzformen werden Papiere und Kartons in beliebiger Form ausgestanzt. Rund, oval, für Präsentationsmappen, geschlitzt oder Ihren Wünschen entsprechend nach Erstellung der Stanzform ausgeführt.

 

Prägen

Als anspruchsvolle Veredelung von Drucksachen zählt das Prägen. Hier wird das Papier wie eine Relief verformt, so dass ein plastischer Eindruck entsteht.

 

Lackieren

Im Druckprozess können Druckerzeugnisse mit Matt- oder Glanzlack versehen werden. Im Offsetdruck mit Dispersionslack oder anschließend mit hochglänzenden UV-Lack. Im Digitaldruck Hochglanzlack, Mattlack partiell. Die glänzende Oberfläche veredelt das Material, schützt vor Verarbeitungsspuren und Farbabreibungen.

 

Cellophanieren

Eine Glanz- oder Mattfolie wird einseitig auf die Oberfläche des bedruckten Bogens übertragen. Optisch wertet die Kunststofffolie das Druckprodukt auf ebenso wie Lack, schützt die Oberfläche jedoch besser. Die Folie kann auch beidseitig aufgebracht werden.

 

Laminieren

Der bedruckte Bogen wird in einem Arbeitsgang beidseitig mit Glanz-, Matt- oder Selbstklebefolie eingeschweißt. Die Kanten können dabei auf Papierkante oder Überstand geschnitten werden. Je nach Verarbeitung und verwendetem Laminat kann ein bedingter Schutz vor Feuchtigkeit oder auch mechanischen Einflüssen (Kratzfestigkeit) erreicht werden.

 

Kaschieren

Beim Kaschieren werden Trägermaterialien wie Forex- oder Kappaplatten eingesetzt um das Druckerzeugnis zu verstärken. Eigenschaften und Qualität eines Papieres werden bei dessen Herstellung bestimmt. Wichtigster Bestandteil ist Zellulose, gewonnen aus Holz von Pflanzen (stabilisierender Bestandteil aller Pflanzen). Verfahren und Zusammensetzugen der Füllstoffe bestimmen die Eigenschaften der Papiere.

 

Gestrichen / Ungestrichen

Eine Streichmasse aus Pigmenten und Bindemitteln, auf die Papieroberfläche aufgetragen, schließen die Oberfläche und das Papier wird besser bedruckbar. Der Strich kann ein- oder beidseitig matt, halbmatt oder glänzend sein. Hier kommen vor allem Bilderdruck- und Kunstdruckpapiere zum Tragen. Ungestrichene Papiere mit offener Oberfläche, sogenannte Naturpapiere werden für beschreibbare Druckprodukte verwendet.

 

Haptik

Haptik bezeichnet die Lehre der greifbaren Wahrnehmung (aus dem griechischen "haptikos"). Durch das Anfassen und Tasten von Papier werden Größe, Gewicht und Oberflächenstruktur erfühlt.

 

Holzfrei / Holzhaltig

Holzfreies Papier besteht zu 95% aus chemisch hergestellten Zellstoffen und nicht mehr als 5% Holzschliff. Es ist besser zu verarbeiten und alterungsbeständiger als holzhaltiges Papier, welches kostengünstiger ist, eine höhere Opazität aufweist aber schneller vergilbt.

 

Opazität

Lichtundurchlässigkeit ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Druckpapieren. Je höher der Anteil an Holzschliff und Füllstoffen, desto undurchsichtiger ist das Papier und umso kleiner wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschriftung der Rückseite durchscheint. Geglättetes Papier verliert an Opazität.

 

Leimung

Leimung verhindert das Verlaufen oder Durchschlagen von Farbe und Tinte auf Papier. Leim wird dem Faserbrei zugesetzt, sodass die Poren der Fasern verschlossen und die Saugfähigkeit verringert wird.

 

Das Papierweiß im Druck

Der hellstmögliche Tonwert wird von dem Papier bestimmt. Gestrichene  Bilderdruckpapiere haben beispielsweise einen sehr hohen Weißgrad. Druckerzeignisse auf Recycling- oder cremefarbenem Papier verlieren an Leuchtkraft und beeinflussen die Farbgebung. Zusätzliches Kriterium der Druckerzeugnisse sind die unterschiedliche Oberflächeneigenschaften von gestrichenen und ungestrichenen Papieren:

 

Ungestrichene Papiere (Naturpapiere) nehmen mehr Farbe auf, der dargestellte Farbraum ist kleiner und die Farben wirken matter. Im Vergleich zu Bilderdruckpapier mit gleicher Grammatur ist das Papier stabiler, die Farbwiedergebung wirkt dagegen kontrastärmer.

 

Feinstpapiere sind aus besonders hochwertigen Rohstoffen, wie z.B. Hadern oder Baumwolle, hergestellt. Sie heben sich optisch von anderen Naturpapieren in verschiedener Hinsicht ab. So zeichnen sie sich durch eine besondere Oberfläche und/oder Färbung aus. Oft wurde die Oberfläche durch verschiedene Prägungen oder Filzmarkierungen behandelt. Ihre angenehme Haptik und das charakteristische Druckbild heben Feinstpapiere im Vergleich hervor.

 

Druckerzeugnisse auf gestrichenen Bilderdruckpapieren sind dagegen brillianter und kontrastreicher. Der hohe Weißanteil bei glänzendem Bilderdruckpapier und die überragende Opazität ermöglichen eine sehr kontrastreiche Farb- und fotorealistische Bildwiedergabe.

 

Die reflextionsarme Oberfläche von mattem Bilderdruckpapier ermöglicht eine optimale Lesbarkeit der Druckprodukte bei kontrastreicher Farbwiedergabe. Für dezentere Druckprodukte mit edler Anmutung.